Achtung, toxisch: Plastik!

Wir leben auf einem „Plastik-Planeten“. Undenkbar viele Alltagsgegenstände von der Zahnbürste bis zum Mobiltelefon bestehen aus Kunststoff. Weltweit werden pro Jahr ungefähr 240 Millionen Tonnen Plastik erzeugt, ein Viertel davon in Europa. Doch was genau ist der Stoff eigentlich, mit dem wir uns ständig umgeben?

„Früher war die Erde einmal ohne Plastik. […] Nach der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit haben wir jetzt die Plastikzeit. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters“.

– Werner Boote in „Plastic Planet“

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Upcycling: Stehlampe aus alten Jogurthbechern

Plastik im Meer, in den Wüsten, in den Städten…

Schon im Jahre 1997 entdeckte der ehemalige Segler Charles Moor auf dem Heimweg nach einer Regatta einen großen Fleck aus Müll im Meer. Um herauszufinden, wie viel Müll er wirklich vor sich hatte, kreuzte er eine Woche lang durch den Müllteppich, der heute als „Großer Pazifik-Müll-Fleck“ bekannt ist. In diesen sieben Tagen konnte er nicht ein einziges Fleckchen reinen Wassers sehen. Und war es vor knapp 20 Jahren „nur“ ein Müllstrudel, so gibt es heute fünf der sogenannten „Garbage Patches“ in den Weltmeeren.

Doch nicht nur in den Meeren ist Plastik ein Problem – In Wüsten und Halbwüsten wird das aus den Städten gewehte Plastik durch die Sonnenstrahlung und Reibung vom Sand in Mikroplastik zersetzt. Solange es diese „Wüstenrosen“, wie die Plastiktüten in den Wüsten mehr oder weniger liebevoll genannt werden, „nur“ in der Wüste gibt, stellen sie noch kein Problem dar, möchte man meinen. Sandstürme wehen das Plastik aber wieder aus den Wüsten und bringen es in Städte, Meere und Land und führt auch dazu, dass es immer mehr in die Ernährungskette aufgenommen wird.

Gesundheitliche Risiken

Die wohl umstrittenste Frage bezüglich Plastik ist die nach seinen Auswirkungen auf die Gesundheit. Ist Plastik nun gesundheitsschädlich oder nicht? Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien zu diesem Thema, im Zentrum dieser Untersuchungen stehen meist die in Plastik enthaltenen Phthalate (=Weichmacher), die als krebserregend und entwicklungstoxisch eingestuft wurden.

Auch die chemische Verbindung Bisphenol A (BPA) kann in winzigen Mengen Schaden anrichten: Toxikologen haben herausgefunden, dass BPA die Fruchtbarkeit mindern und sogar das Erbgut verändern kann.

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